postheadericon Liguster vermehren

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Der Liguster ist eine überwiegend immergrüne Pflanze. Sie wächst zügig und ist mit ihren weißen Blütenrispen besonders für Insekten wie Schmetterlinge oder Bienen attraktiv. Normalerweise kommt der beliebte Liguster ohne Dünger aus.

Die dunklen Beeren dieser Pflanze sind allerdings, wie die gesamte Pflanze, giftig. Ab zehn zu sich genommenen Beeren kann es gesundheitlich kritisch werden. Der robuste Liguster, welcher zur Gattung der Ölbaumgewächse zählt, eignet sich besonders als Heckenpflanze. Der Liguster kann bis zu 3 Meter hoch werden. Ligusterpflanzen sind sehr preisgünstig im Handel zu erwerben. Will man Liguster selbst vermehren gibt es folgende Möglichkeiten.

Vermehrung durch Stecklinge

Der beste Zeitpunkt für diese Art der Vermehrung ist im frühen Herbst oder im späten Frühjahr, wenn keine Frostgefahr besteht.

Die ausgewählten Triebe werden in einer Länge von ca. 15 – 20 cm mit einer scharfen Gartenschere von der Ligusterhecke abgeschnitten. Der Schnitt sollte direkt unterhalb eines Blattansatzes gesetzt werden. Keinesfalls sollten die Zweige einfach abgebrochen werden, weil dadurch das Kambium verletzt wird. Das Kambium ist die Wachstumsschicht der Pflanze, welche sich unter der Rinde befindet. Dort entstehen später die Durchbrüche der neuen Wurzeln.

Die abgeschnittenen Triebe können auch holzig oder dicker sein. Bis auf die obersten Blätter werden sämtliche unteren Blätter entfernt. Die Stecklinge werden für die Anpflanzung einer Hecke und in einem Abstand von 10 – 20 cm gesetzt. Es kann durchaus sein, dass nicht alle Stecklinge wurzeln. Das sollte bedacht werden. Der Steckling wird nach dem Abtrennen ohne Zeitverzögerung in die Erde gepflanzt und gründlich gewässert. Von da an sollten die Stecklinge ungefähr jeden zweiten Tag gegossen werden. Austrocknung sollte in jedem Fall vermieden werden. Die Feuchtigkeit wird bis zur Bewurzelung von dem Steckling über die Blattöffnungen aufgenommen. Daher sollte der Steckling tief genug in der Erde stecken. Am besten so, dass nur die oberen Blätter aus dem Boden schauen.

Für den Fall, dass die Stecklinge in der Frostzeit gezogen werden sollen, können sie vorübergehend in einem mit Sand gefüllten Behälter in einem ungeheizten Raum überwintern. Im Frühjahr können die Stecklinge dann ins Freie gepflanzt werden.

Nach ca. 10 Wochen pinziert (Schnitt am Kopf des Stecklings) man die Spitze der Stecklinge. Dadurch wird das Ergebnis buschiger, da die Pflanze seitlich besser austreibt. Das Pinzieren kann in Abständen öfter vorgenommen werden. Nach zwei Jahren kann der Liguster auch gedüngt werden. Im dritten Jahr kann die Hecke schon bis zu 100 cm messen.

Vermehrung durch Absenkung

Bei dieser Form der Vermehrung wird ein längerer bodennaher Trieb benutzt und in den Boden gesenkt. Dabei wird der Trieb nicht gekappt. Der Trieb bleibt mit der Mutterpflanze verbunden. Wie eine Art Nabelschnur bleibt die Verbindung erst einmal bestehen. Der ausgewählte Trieb wird auf den Boden gesenkt, bis er die Erde berührt. Bis auf die Blätter an der Triebspitze werden alle anderen Blätter entfernt.

Vorsichtig wird nun der lange Trieb auf der zur Boden zugewandten Seite eingeritzt. Es ist darauf zu achten, dass der Trieb weder gebrochen noch durchschnitten wird. Sonst würde das Kambium beschädigt werden und eine Wurzelbildung wäre unmöglich.

Die vorsichtig aufgeritzte Seite wird später Wurzeln bilden. Der Trieb wird nun in ca. 5 cm Tiefe in den Boden versenkt. Lediglich die Triebspitze sollte aus der Erde schauen. Um den Trieb zu fixieren, kann eine Drahtkrempe in den Boden gedrückt werden. In die Mulde könnte auch noch Kompost gelegt werden. Nach dem Absenken des Triebes in den Boden sollte alles gut gewässert werden.

Ist der Trieb gut genug entwickelt, kann er von der Mutterpflanze gekappt werden. Im Bedarfsfall kann der Ableger in einen Übergangstopf gepflanzt werden, wo er sich noch weiterentwickeln kann, bis er endgültig an seinen Bestimmungsort gesetzt wird.

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