postheadericon Ist Liguster immergrün?

© Rolf Klebsattel - Fotolia.com

Die größte Verbreitung hat in Europa der Gemeine Liguster (Ligustrum vulgare, auch: Gewöhnlicher Liguster), gefolgt von seinen wintergrünen Sorten (zum Beispiel: Atrovirens) sowie vom Japanischen Liguster (Ligustrum japonicum).

Die Unterschiede zwischen dem gewöhnlichen Liguster und dem japanischen haben wir hier einmal für Sie zusammengefasst. Damit wird auch die Frage geklärt, ob der Liguster im Herbst bzw. im Winter seine Blätter verliert.

Gewöhnlicher Liguster

Der Laubaustrieb der sommergrünen Arten beginnt im Frühjahr, weshalb Liguster während des Vorfrühlings oder im Spätherbst, nach dem Abwerfen des Laubs, geschnitten werden sollte. Die duftende Blüte setzt spät im Frühjahr ein, frühestens in der zweiten Maihälfte, falls der Frühling sehr warm ist. Normalerweise blüht die Pflanze von Juni bis Juli und lockt mannigfache Insekten an – namentlich Bienen, die in dem Strauch ganztägig weiden können.

Ab dem Frühsommer finden sich zahlreiche Schmetterlings- und Falterarten ein, die entweder ebenfalls die Blüten besuchen oder als Raupen in der Pflanze weilen. Aufgrund der Weidefunktion ist es sinnvoll, blühende Zweige nur dann für die Vase zu schneiden, wenn der Strauch ein blühfreudiges Jahr erlebt. Ab dem August, bis in den Herbst hinein, reifen die bestäubten Blütenrispen zu schwarzen Beerentrauben heran. Wenn die Reife vollzogen ist, beginnt der Strauch, sein Laub zu verfärben, über Gelb und Rot bis zu einem dunklen Violett, bevor er es im Spätherbst beinahe vollständig verliert.

In warmen Jahren kann das Laub bis in den Dezember hinein erhalten bleiben. Dann ist Liguster eine gute Ziegenweide, weil die Tiere zu dieser Zeit nicht mehr viel frisches Grün finden und die Alkaloide der Pflanze problemlos tolerieren. (Aber Vorsicht: Ziegen schälen auch die Rinde und zerbeißen einjährige Zweige, womit sie jungen Exemplaren erheblich schaden können!) Dasselbe Phänomen ist bezüglich der Beeren bei einigen Vogel- und Nagerarten zu beobachten, welche die Früchte im hohen und späten Winter gerne als Nahrung nehmen, wenn ihnen ihre bevorzugte Kost nicht mehr zur Verfügung steht. Die schwarzen Trauben schmücken den kahlen Strauch während des gesamten Winters und sind, besonders in Kombination mit der weißen Schneebeere, eine reizvolle, natürliche Weihnachtsdekoration.

Der beschriebene Vegetationszyklus ist mit dem der wintergrünen Sorten vergleichbar, mit dem Unterschied, dass diese ihr vorjähriges Laub erst mit dem neuen Austrieb im Frühjahr verlieren.

Asiatische Arten

Die bei uns, abgesehen vom Japanischen Liguster, noch wenig verbreiteten asiatischen Arten haben ähnliche Ansprüche wie der einheimische Gemeine Liguster, bevorzugen in der Regel jedoch hohe Temperaturen. Deshalb werfen sie, in kühleren Zonen, im Herbst relativ früh das Laub ab und treiben im Frühjahr zögerlich aus, während sie in wärmeren Regionen für längere Zeit belaubt sind.

Ihre Kultur unterscheidet sich für den Gärtner ansonsten kaum von den hiesigen Arten: Sämtliche Liguster benötigen schwach sauren bis schwach alkalischen Boden; sie kommen mit Lehm-Humus- sowie mit Sand-Humus-Gemisch und mit längeren Trockenphasen gut zurecht. Die meisten asiatischen Liguster wachsen bis in extreme Höhenlagen – sie sind also frosthart.

Kommentieren